
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großer Sorge verfolgen wir die jüngsten Entwicklungen im Verband der Familienunternehmer e.V.. Der Verband, dem bundesweit rund 6.500 Familienunternehmerinnen angehören, hat die Strategie der demokratischen Brandmauer aufgegeben und begonnen, offene Gespräche mit der AfD zu führen. So geschehen an einem sogenannten Parlamentarischen Abend, bei dem der wirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion Leif-Erik Holm zu Gast war. Damit wird eine gesichert rechtsextreme Partei, die durch fehlende Wirtschaftskompetenz und Fremdenfeindlichkeit auffällt, gefährlich legitimiert und normalisiert. DIW Präsident Marcel Fratzscher sagt zu diesem Themenkomplex: „Die AfD steht für eine Abschottung von Europa und der Welt, für eine Zerstörung der Europäischen Union, für einen Austritt auch vom Euro, für geschlossene Grenzen für Fachkräfte, für einen schwächeren Staat, der weniger in Infrastruktur und soziale Sicherheit investieren kann, also egal welches Element der AfD Politik man sich anschaut, es würde das deutsche Wirtschaftsmodell zerstören.“ Eine rechtsextreme Partei, welcher ausgewiesene Expertinnen vor allem Menschenfeindlichkeit, aber auch fehlende Wirtschaftskompetenz in diesem Maße attestieren, sollte man unserer Überzeugung nach nicht versuchen „inhaltlich zu stellen“, sondern sich selbst und seine Verantwortungsbereiche mit klarer Kante abgrenzen.
Wir wenden uns heute direkt an die in Lindlar ansässigen Familienunternehmen – darunter ONI, Lang AG, Schmidt+Clemens, Holz Richter, LocoSoft und viele mehr: Ob Sie Mitglied im Verband sind oder nicht: Als prägende Unternehmen unserer Gemeinde tragen Sie Verantwortung für die Gesellschaft und für die Demokratie. Dass Sie dieser Verantwortung eine hohe Priorität in Ihrem unternehmerischen Handeln geben, haben viel von Ihnen mehrfach eindrucksvoll bewiesen. Wir sind stolz auf unsere Unternehmen und sehen:
Lindlar als positives Beispiel
Unsere Gemeinde hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass Demokratie und Vielfalt stark sind: Die AfD erzielt hier unterdurchschnittliche Wahlergebnisse, getragen von einem breiten Bündnis für Demokratie – bestehend aus Parteien, Vereinen, Kirchen, Gewerkschaften und Unternehmen. Dieses Bündnis ist ein starkes Zeichen dafür, dass Lindlar für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit auf dem Fundament unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung steht.
Unsere Aufforderung:
Wir appellieren an Sie als Lindlarer Familienunternehmen:
• Distanzieren Sie sich öffentlich von den Gesprächen des Verbands mit der AfD.
• Nutzen Sie Ihren Einfluss, wenn Sie Mitglied sind, um klarzustellen, dass eine Zusammenarbeit mit demokratiefeindlichen Kräften nicht akzeptabel ist.
• Zeigen Sie Haltung, auch wenn Sie nicht Mitglied sind, indem Sie sich klar zur Demokratie bekennen und das breite Bündnis in Lindlar weiterhin stärken.
• Prüfen Sie, so wie unter anderem die Firmen VORWERK und Rossmann es bereits vollzogen haben, einen Austritt, falls der Verband seinen Kurs nicht eindeutig korrigiert.
Familienunternehmen tragen Verantwortung – nicht nur für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch für die Gesellschaft. Gerade in Lindlar, wo die Demokratie stark ist, wünschen wir uns von Ihnen ein klares Signal: Keine Zusammenarbeit mit Demokratiefeinden – weder hier noch im Verband!
Mit freundlichen Grüßen Die GRÜNEN Lindlar
Für den GRÜNEN Ortsverband: OV-Sprecher Christian Schumacher & Jörg Lob
Für die GRÜNE Ratsfraktion: Fraktionssprecher Patrick Heuwes & Ingo Harnischmacher


