
Mit großem Bedauern und Unverständnis reagiert die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Lindlar auf die Entscheidung im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung vom 17. September. Sämtliche anderen Fraktionen lehnten dort einen Antrag der Grünen ab, der die Verkehrssicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger – insbesondere für Grundschulkinder – auf der Talstraße zwischen Altenrath-Böhl und Eichholz verbessern sollte.
Die Verwaltung und die übrigen Fraktionen begründeten ihre Ablehnung vorrangig damit, dass eine durchgeführte Geschwindigkeitsmessung im betroffenen Bereich verkehrsrechtlich „unauffällig“ ausgefallen sei.
Geschwindigkeit ist nicht das einzige Sicherheitsrisiko
„Wir halten diese Argumentation für viel zu kurz gegriffen“, erklärt Grünen-Fraktionssprecher Patrick Heuwes. „Geschwindigkeit ist bei der Schulwegsicherheit nicht das einzige Kriterium. Auch wenn sich der Durchschnitt der Autofahrer*innen an die zulässigen 50 km/h hält, bleibt dieser Straßenabschnitt eine enorme Gefahrenquelle für Fußgänger.“
Die Auswertung der Messdaten zeige zudem sehr wohl, dass einzelne Verkehrsteilnehmer*innen die Höchstgeschwindigkeit zum Teil erheblich überschreiten. Vor allem aber zeichnet sich der Straßenabschnitt durch spezifische bauliche Merkmale aus:
- Keine Infrastruktur für Fußgänger*innen: Es gibt weder einen Gehweg noch eine Fahrbahnmarkierung. Aufgrund des Straßencharakters rechnen Autofahrende an dieser Stelle schlichtweg nicht mit Fußgängern.
- Besondere Gefahr in der Dämmerung: Insbesondere morgens, wenn die Grundschulkinder auf dem Weg zur Schule sind, ist es in den Herbst- und Wintermonaten noch dunkel oder dämmrig. Selbst bei Tempo 50 besteht für Kinder ohne abgegrenzten Raum ein immenses Unfallrisiko.
- Bedeutung als Hauptschulweg: Die Talstraße ist ein zentraler Schulweg zur Grundschule Lindlar-Ost.
Kostengünstige Maßnahme mit großer Wirkung abgelehnt
Der Antrag der Grünen sah vor, durch eine einfache und kostengünstige Fahrbahnmarkierung kurzfristig einen klar erkennbaren Bereich für Fußgänger*innen abzugrenzen. Eine solche Markierung würde die Aufmerksamkeit der Autofahrenden gezielt auf Fußgänger*innen lenken, den Begegnungsverkehr ordnen und die Sicherheit von Kindern auf dem Schulweg spürbar erhöhen.
„Es ist unverständlich, warum eine so preiswerte und schnell umsetzbare Maßnahme zur Erhöhung der Schulwegsicherheit pauschal abgelehnt wird, nur weil die Durchschnittsgeschwindigkeit unauffällig ist“, betont Heuwes. „Hier wird eine Chance verpasst, mit geringem finanziellem Aufwand für mehr Sicherheit für unsere Schulkinder zu sorgen. Wir werden das Thema Schulwegsicherheit im Rahmen unserer Initiative aber weiterhin konsequent verfolgen und uns für Verbesserungen einsetzen.“

